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Produktbeschreibung
Das Buch der Sozialpsychologin Lena Kornyeyeva blickt hinter die Kulissen eines neuen russischen Autoritarismus, ja, eines neuen Stalinismus. Es beschreibt gesellschaftliche Phänomene, die gerade in der Ära Putin von der russischen Macht bewußt herbeigeführt wurden: der Wunsch nach einer starken Hand, das Liebäugeln mit einem neuen kalten Krieg, die Idee eines neuen russischen Imperiums.
Die Macht baut dabei auf ein immer machtloseres Volk auf. Sie propagiert die eigene Stärke über die Medien während das Volk keine Chance bekommt, erwachsen und selbstbestimmt zu werden. In der „Putins Reich“ gibt die aus der Ukraine stammende Autorin eine schonungslose Autopsie des russischen Staates - desillusionierend, aber nicht ohne Hoffnung.
Lena Kornyeyeva
Die 1970 in Melitopol/Ukraine geborene Autorin hat bis 2006 in der Ukraine gelebt. Hier hat sie die Mechanismen der postsowjetischen Machterhaltung teilweise schmerzhaft erleben müssen. Ihre Familie gehörte schon in den 1920er Jahren zu den Opfern des stalinistischen Terrors – Familienmitglieder verschwanden in den Lagern des Diktators.
Seit 2006 arbeitet Frau Kornyeyeva an der Jacobs University Bremen an einem Forschungsprojekt zu Akkulturation und Integration von Einwanderern aus autoritären Staaten in Deutschland.
Das HANDELSBLATT schrieb am 16.08.09:
Ganz anders erklärt Lena Kornyeyeva dieses Phänomen in ihrem Buch „Putins Reich“. Sie geht von einem „Neostalinismus auf Verlangen des Volkes“ im Putin-Staat aus, so der Untertitel. Die aus der Ukraine stammende und an der Bremer Jacobs University forschende Sozialpsychologin sieht die Russen wie Kinder, die sich nach Liebe und Hieben der Eltern sehnten. „Machtanbetung“ nennt Kornyeyeva diese „rein russische Fähigkeit zu vergeben, diese Bereitschaft, das Verhalten der unbarmherzigen Staatsmacht zu rechtfertigen“. Folgerichtig nennt sie Putin einen Diktator, aber das Volk sei mittels moderner Polit-Technologien in seinem Selbstempfinden so manipuliert, dass es händeringend „jemanden sucht, der ihm das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermittelt“.
Was sich phasenweise nach typischer russischer Verschwörungstheorie anhört, dient aber einem erweiterten Herangehen an die Erforschung der Hintergründe der russischen Realität. Auch die These, dass die Verknappung der Güter in der Sowjetunion nicht – wie im Westen bis heute so gesehen – das ökonomische Scheitern des Kommunismus belege, sondern „künstlich und vorsätzlich erzeugt worden“ sei zur bewussten Schaffung eines Defizits menschlicher Werte, regt zum Nachdenken an. Aber die Autorin verengt ihre Suche zu sehr auf psychologische Faktoren – und Arroganz. Für „Nicht-Slawen“ sei das alles ohnehin „unbegreiflich“.
(Mathias Brüggmann)
Der TAGESSPIEGEL am 12.04.2010:
Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin will die Drahtzieher der Bombenattentate in der Moskauer Metro „vernichten“. Für russische Zuhörer mag das kernig klingen – mit Rechtsstaatlichkeit hat diese Ankündigung wenig zu tun. Doch sie passt zu den Thesen in Lena Kornyeyevas Buch „Putins Reich. Neostalinismus auf Verlangen des Volkes“. Die ukrainische Sozialpsychologin spricht aus, wovor sich westliche Beobachter meist drücken, wenn die Rede auf den Demokratieabbau in der Russischen Föderation kommt: nicht Putin ist das Problem, sondern dass sich die hinter ihm stehende Mehrzahl seiner Untertanen einen mit eiserner Hand regierenden Führer wünscht. Kornyeyeva beschreibt die Ursachen für die Renaissance des Stalinismus in Russland und für die Sehnsucht vieler Russen nach einem Übervater. Sie erinnert daran, dass Russen bis vor 20 Jahren künstlich infantil gehalten wurden, weil man sie mit Waren von oben „versorgte“, jegliche Privatinitiative strafbar war und die staatliche Propaganda – wie heute wieder – allgegenwärtig. (Barbara Kerneck)
Die Macht baut dabei auf ein immer machtloseres Volk auf. Sie propagiert die eigene Stärke über die Medien während das Volk keine Chance bekommt, erwachsen und selbstbestimmt zu werden. In der „Putins Reich“ gibt die aus der Ukraine stammende Autorin eine schonungslose Autopsie des russischen Staates - desillusionierend, aber nicht ohne Hoffnung.
Lena Kornyeyeva
Die 1970 in Melitopol/Ukraine geborene Autorin hat bis 2006 in der Ukraine gelebt. Hier hat sie die Mechanismen der postsowjetischen Machterhaltung teilweise schmerzhaft erleben müssen. Ihre Familie gehörte schon in den 1920er Jahren zu den Opfern des stalinistischen Terrors – Familienmitglieder verschwanden in den Lagern des Diktators.
Seit 2006 arbeitet Frau Kornyeyeva an der Jacobs University Bremen an einem Forschungsprojekt zu Akkulturation und Integration von Einwanderern aus autoritären Staaten in Deutschland.
Das HANDELSBLATT schrieb am 16.08.09:
Ganz anders erklärt Lena Kornyeyeva dieses Phänomen in ihrem Buch „Putins Reich“. Sie geht von einem „Neostalinismus auf Verlangen des Volkes“ im Putin-Staat aus, so der Untertitel. Die aus der Ukraine stammende und an der Bremer Jacobs University forschende Sozialpsychologin sieht die Russen wie Kinder, die sich nach Liebe und Hieben der Eltern sehnten. „Machtanbetung“ nennt Kornyeyeva diese „rein russische Fähigkeit zu vergeben, diese Bereitschaft, das Verhalten der unbarmherzigen Staatsmacht zu rechtfertigen“. Folgerichtig nennt sie Putin einen Diktator, aber das Volk sei mittels moderner Polit-Technologien in seinem Selbstempfinden so manipuliert, dass es händeringend „jemanden sucht, der ihm das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermittelt“.
Was sich phasenweise nach typischer russischer Verschwörungstheorie anhört, dient aber einem erweiterten Herangehen an die Erforschung der Hintergründe der russischen Realität. Auch die These, dass die Verknappung der Güter in der Sowjetunion nicht – wie im Westen bis heute so gesehen – das ökonomische Scheitern des Kommunismus belege, sondern „künstlich und vorsätzlich erzeugt worden“ sei zur bewussten Schaffung eines Defizits menschlicher Werte, regt zum Nachdenken an. Aber die Autorin verengt ihre Suche zu sehr auf psychologische Faktoren – und Arroganz. Für „Nicht-Slawen“ sei das alles ohnehin „unbegreiflich“.
(Mathias Brüggmann)
Der TAGESSPIEGEL am 12.04.2010:
Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin will die Drahtzieher der Bombenattentate in der Moskauer Metro „vernichten“. Für russische Zuhörer mag das kernig klingen – mit Rechtsstaatlichkeit hat diese Ankündigung wenig zu tun. Doch sie passt zu den Thesen in Lena Kornyeyevas Buch „Putins Reich. Neostalinismus auf Verlangen des Volkes“. Die ukrainische Sozialpsychologin spricht aus, wovor sich westliche Beobachter meist drücken, wenn die Rede auf den Demokratieabbau in der Russischen Föderation kommt: nicht Putin ist das Problem, sondern dass sich die hinter ihm stehende Mehrzahl seiner Untertanen einen mit eiserner Hand regierenden Führer wünscht. Kornyeyeva beschreibt die Ursachen für die Renaissance des Stalinismus in Russland und für die Sehnsucht vieler Russen nach einem Übervater. Sie erinnert daran, dass Russen bis vor 20 Jahren künstlich infantil gehalten wurden, weil man sie mit Waren von oben „versorgte“, jegliche Privatinitiative strafbar war und die staatliche Propaganda – wie heute wieder – allgegenwärtig. (Barbara Kerneck)
Zusatzinformation
| Name | Putins Reich - Neostalinismus auf Verlangen des Volkes |
| SKU | 939401-98-8 |
| inkl. MWST | 7 % |
| Autor | Lena Kornyeyeva |
| Art | Sachbuch |
| Format | 13 x 21 cm |
| Anzahl der Seiten | 184 |
| Bindung | Paperback |
| Gewicht | 250 |
| Sprache | deutsch |
| ISBN | 978-3-939401-98-8 |
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