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"'Stedingsehre' soll für ganz Deutschland ein Wallfahrtsort werden ..." (pdf)

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Dokumentation und Geschichte einer NS-Kultstätte auf dem Bookholzberg 1934 - 2005

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Produktbeschreibung

Am 13. Februar 1970 hielt der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann anläßlich der traditionsreichen „Schaffermahlzeit“ im historischen Bremer Rathaus eine bemerkenswerte Rede zum Thema demokratisches „Geschichtsbewußtsein und Tradition in Deutschland“, in der er auch an die aufständischen Stedinger Bauern erinnerte, „die schließlich 1234 dem Erzbischof von Bremen unterlagen“. Unter vollkommen anderer Diktion standen 1934 die NS-Feiern zum 700jährigen Gedenken an diese Schlacht bei Altenesch - übrigens der einzige Kreuzzug auf deutschem Boden. Der NS-Gauleiter Carl Röver ließ dort erstmals das antikirchliche Volksstück „De Stedinge“ des Oldenburger Heimatdichters August Hinrichs von der Niederdeutschen Bühne Oldenburg unter Regisseur Gustav Rudolf Sellner aufführen. Danach entschloß sich Röver auf dem Bookholzberg am Rande der Delmenhorster Geest im Oldenburger Land nach ersten Plänen des Berliner Filmarchitekten Walter Reimann eine monumentale NS-Thing- und Kultstätte errichten – auf „Stedingsehre“ wurden dann 1935 und 1937 mit großem Publikumserfolg wiederum in diversen Aufführungen „De Stedinge“ präsentiert. Die NS-Freilichtbühne „Stedingsehre“ wurde damals als „Oberammergau Norddeutschlands“ bezeichnet und sollte gar „für ganz Deutschland ein Wallfahrtsort werden“. Bei der Grundsteinlegung auf dem Bookholzberg am 29. Oktober 1934 hatte NS-Reichsleiter Alfred Rosenberg als Schirmherr u.a. ausgeführt: „Heiliges Land ist für uns nicht Palästina, sondern überall da, wo es von Deutschen mit dem Blute verteidigt wurde. So wird das Stedinger Land, andere Stellen Niedersachsens, Burgen am Rhein, in Marienburg und Ostpreußen heiliges Land.“ Ganz in diesem Sinne baute der Reichsstatthalter von Oldenburg und Bremen, Carl Röver, ab 1938 „Stedingsehre“ zur NS-„Gauschulungsburg Bookholzberg“ aus, die nach seinen völlig übersteigerten faschistischen Planungen ein „einzigartiges Nationaldenkmal“ verbunden mit einer „in ihrer Art wohl einmaligen Erziehungsstätte des Reiches“ werden sollte. Röver wurde dabei sicherlich durch ähnlich maßlose NS-Projekte im Dritten Reich wie z.B. Himmlers „Wewelsburg“ bei Paderborn, dem „Bückeberg“ bei Hameln, dem „Sachsenhain“ bei Verden oder den NS-„Ordensburgen“ in der Eifel, im Allgäu oder in Pommern sowie auch durch die hypertrophen Bauprojekte von Hitlers Baumeister Albert Speer in Berlin und Nürnberg beeinflußt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die frühere NS-Kultstätte "Stedingsehre" auf dem Bokkholzberg einerseits in die 1946 gegründete „Landes-Versehrten-Berufsfachschule“ – heute „Berufsförderungswerk Weser-Ems“ – integriert, andererseits wurde die Freilichtbühne vor allem in den 1960er und 1970er Jahren wieder problemlos für „Heimattage, Theateraufführungen und Musiktreffen“ genutzt. In den 1980er-Jahren fiel „Stedingsehre“ allerdings dann in eine Art „Dornröschenschlaf“, der ab 1992 durch eine Bürgerinitiative, verschiedene Publizisten, Tagungen und Aktivitäten des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege beendet wurde. Der Autor dieser Studie, Gerhard Kaldewei (Museumsdirektor in Delmenhorst und Historiker an der Universität Oldenburg), beschäftigt sich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema „Stedingsehre“ und weiteren NS-Kultorten in Deutschland. Er plädiert für eine entsprechende regionale Dokumentationsstelle vor Ort auf dem Bokkholzberg im Oldenburger Land, nach dem Vorbild der jüngeren großen NS-Dokumentationsstätten z.B. in Nürnberg, auf dem Obersalzberg oder bald in München. Höchst anschaulich illustriert wird diese vorliegende Buchveröffentlichung durch die überaus charakteristischen zeitgenössischen Fotografien des Oldenburger Pädagogen und Heimatfotografen Heinrich Kunst.

Zusatzinformation

Name "'Stedingsehre' soll für ganz Deutschland ein Wallfahrtsort werden ..." (pdf)
SKU 939401-07-0_pdf
inkl. MWST 19 %
Autor Gerhard Kaldewei
Art Sachbuch
Bilder zahlreiche sw-Abb.
Bindung pdf
Sprache deutsch
ISBN 978-3-939401-07-0_pdf

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